Am 31. Juli 2026 fand an der Berliner Hochschule für Technik (BHT) ein gemeinsames interkulturelles Training für deutsche Outgoing-Studierende und chinesische CDHAW-Studierende statt. Das Training knüpfte an das Rahmenprogramm des Vortages an und hatte zum Ziel, die Teilnehmenden gezielt auf die Zusammenarbeit und den Studienalltag im jeweils anderen kulturellen Umfeld vorzubereiten.
Etwa 20 chinesische Studierende der CDHAW, die im Rahmen der Summer School in Deutschland waren, nahmen gemeinsam mit den ca. 20 deutschen Outgoing-Studierenden an der Veranstaltung teil. Durch die gemeinsame Durchführung konnten beide Gruppen nicht nur interkulturelle Inhalte kennenlernen, sondern auch eigene Erfahrungen und Perspektiven einbringen.
Das Training wurde vom DHIK und der Projektkoordinatorin der CDHAW, Dr. Rumin Luo, organisiert. Die Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit der zertifizierten interkulturellen Trainerin und Sinologin Nicola Graessner konzipiert und im Sprachtandem Deutsch-Chinesisch durchgeführt. Begleitet und unterstützt wurden sie von Prof. Dr.-Ing. Ralf Förster, Prof. Dr.-Ing. Marcel Springmann, Prof. Dr. Jörg Hornig-Klamroth und Prof. Dr.-Ing. Jan Rösler von Berliner Hochschule für Technik, sowie von Herr Dr. GU Jianfeng (Fahrzeugtechnik CDHAW).
Der Tag wurde neutral und kulturwissenschaftlich fundiert gestaltet. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Vermittlung von vermeintlich festen Eigenschaften einzelner Kulturen, sondern die Reflexion darüber, wie kulturelle Prägungen die eigene Wahrnehmung, Kommunikation und das Verhalten im Alltag beeinflussen können.
Workshop Teil 1: Kultur, Wahrnehmung und interkulturelle Unterschiede
Der erste Teil des Workshops begann mit einer gemeinsamen Begrüßung und Kennenlernphase. Durch verschiedene interaktive Übungen erhielten die deutschen und chinesischen Studierenden die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zu entdecken. Der persönliche Austausch diente dabei als Grundlage für die anschließende Auseinandersetzung mit kulturellen Fragestellungen.
Ein erster Schwerpunkt lag auf den unterschiedlichen Bildern von China und Deutschland. Die Teilnehmenden reflektierten, welche Vorstellungen sie mit dem jeweils anderen Land verbinden und inwieweit diese Vorstellungen durch persönliche Erfahrungen, Medien oder gesellschaftliche Erzählungen geprägt sind.
Anschließend wurde der Kulturbegriff näher betrachtet. Die Teilnehmenden nahmen freudig und motiviert an dem „Culturallye“ teil. Ein Spiel, in welchem die Spieler ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen mussten. Unter Wechsel der eingeführten Regeln, rotierten die Spieler durch die Tischgruppen und lernten, dass Menschen ihre Umwelt nicht vollkommen neutral wahrnehmen, sondern Erfahrungen, Werte und kulturelle Prägungen ihre Sichtweise beeinflussen können.
Workshop Teil 2: Kommunikation, Studium und Lebensalltag
Im zweiten Teil des Trainings lag der Schwerpunkt auf Kommunikationsstilen und interkultureller Kommunikation. Die Studierenden beschäftigten sich damit, wie unterschiedlich Menschen kommunizieren können und wie daraus im internationalen Umfeld Missverständnisse entstehen können.
Ein besonderer Fokus lag auf der Kommunikation im Hochschulkontext. Dabei wurden unterschiedliche Lern- und Lehrstile in China und Deutschland thematisiert. Die Teilnehmenden tauschten sich darüber aus, welche Erwartungen an Lehrend.
Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war ein Q&A zwischen deutschen Studierenden, Professoren und Trainerinnen, über grundlegende Fakten zu China, Studienalltag bzw. Lebensalltag in China und Deutschland. Besprochen wurden unter anderem der Umgang mit Terminen und Fristen, Prüfungen und Prüfungswiederholungen sowie die Bedeutung von Praktika und Bachelorarbeiten. Die Gruppen beschäftigten sich unter anderem mit unterschiedlichen Lebensrhythmen, Wochenenden und Freizeitgestaltung sowie Feiertagen und alltäglichen Gewohnheiten. Durch die gemeinsame Reflexion konnten kulturelle Unterschiede nicht nur theoretisch betrachtet, sondern anhand konkreter Erfahrungen oder Eindrücke der Studierenden nachvollzogen werden. Diese dienten dazu, vorhandene Vorstellungen einzuordnen und eine sachliche Grundlage für die weitere Diskussion zu schaffen.
Fazit
Das interkulturelle Training an der Berliner Hochschule für Technik bot den deutschen und chinesischen Studierenden die Möglichkeit, sich intensiv mit kulturellen Wahrnehmungen, Kommunikationsformen sowie den unterschiedlichen Studien- und Lebenswelten in China und Deutschland auseinanderzusetzen. Besonders wertvoll war dabei die direkte Begegnung beider Gruppen, durch die theoretische Inhalte unmittelbar mit persönlichen Erfahrungen verbunden werden konnten.
Das Training stellte damit eine wichtige Ergänzung zum fachlichen Studium und zur Vorbereitung auf einen internationalen Studienaufenthalt dar. Gleichzeitig wurde durch den persönlichen Austausch das gegenseitige Verständnis gefördert und eine Grundlage für weitere internationale Kontakte und Zusammenarbeit geschaffen, welche die Studierenden auch schon einen Monat später in China anwenden konnten.
Bericht: Emily Karoline Otto und Dr. Rumin Luo/ DHIK

















