Zwei Wochen, drei Städte und zahlreiche neue Perspektiven auf China
Zwischen dem 7. und 20. September 2026 erlebten junge deutsche Studierende eine abwechslungsreiche und bereichernde China Studienreise in Shanghai, Zhengzhou und Peking. Insgesamt 62 Nachwuchsfachkräfte von Hochschulen des Deutschen Hochschulkonsortiums für Internationale Kooperationen (DHIK) reisten nach China, um im Rahmen eines zweiwöchigen Austauschprogramms fachliche Einblicke zu gewinnen, chinesische Kultur hautnah kennenzulernen und neue Perspektiven für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit zu eröffnen. Neben fachlichen Vorträgen und Unternehmensbesichtigungen standen insbesondere der persönliche Austausch mit chinesischen Studierenden sowie das Kennenlernen der traditionellen und modernen Kultur Chinas im Mittelpunkt.
Fachlicher Austausch zum Auftakt in Shanghai
Die ersten drei Tage der Studienreise vom 7. bis 9. September standen ganz im Zeichen des fachlichen Wissensaustauschs an der CDHAW der Tongji-Universität in Shanghai. Die Teilnehmer nahmen an hochwertigen Fachvorträgen von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft teil, die aktuelle und zukunftsweisende Themen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit beleuchteten. Herr Dr. Bernd Pichler referierte zum Thema „Cross-Cultural Leadership Challenges“ und vermittelte wertvolle Erkenntnisse zu interkulturellen Kompetenzen in internationalen Berufsfeldern. Herr Peter Hergemöller vom German Centre Shanghai analysierte in seinem Vortrag „Deutsche Wirtschaft im Spannungsfeld der Systeme“ die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven deutscher Unternehmen im globalen Kontext. Herr Dr. Thomas Dahlem von SAIC Audi erläuterte detailliert die Herausforderungen und Chancen der Transformation der chinesischen Automobilindustrie. Und Herr Jun Lu von Porsche Consulting entschlüsselte unter dem Titel „China Speed Decoded“ die einzigartige Entwicklungsdynamik und die innovativen Entwicklungswege des modernen Chinas.
Shanghai zwischen Universität, Industrie und Großstadt
Neben den Fachvorträgen erkundeten die Studierenden den Jiading-Campus der Tongji-Universität und die Innenstadt Shanghais. Ein besonderes Highlight war die Besichtigung der SAIC Volkswagen Audi-Fabrik. Dort konnten die Teilnehmenden moderne automatisierte Fertigungsprozesse und fortschrittliche Industrietechnologien unmittelbar erleben. Der Besuch machte deutlich, wie eng technologische Innovation, wirtschaftliche Entwicklung und industrielle Praxis miteinander verbunden sind. 
Von Shanghai nach Zhengzhou: Technologie trifft Tradition
Nach dem Aufenthalt in Shanghai setzte die Gruppe ihre Reise mit demHochgeschwindigkeitszug nach Zhengzhou fort. An der Berufstechnischen Hochschule Zhengzhou erhielten die Studierenden Einblicke in praxisorientierte Forschungs- und Laborzentren. Die modernen Einrichtungen vermittelten einen anschaulichen Eindruck von der beruflichen Ausbildung und technologischen Forschung in China und eröffneten gleichzeitig neue Möglichkeiten für den interdisziplinären Austausch. Doch auch die kulturelle Begegnung kam nicht zu kurz. In verschiedenen Workshops lernten die Teilnehmenden traditionelle chinesische Kalligraphie, Scherenschnittkunst und die klassische Teezeremonie kennen. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Shaolin-Xiaolong-Wushu-Schule in Dengfeng. Dort erhielten die Studierenden einen Einblick in die traditionsreiche chinesische Kampfkunst und ihre kulturelle Bedeutung.
Gemeinsam lernen und voneinander profitieren
In der zweiten Programmwoche wurde der fachliche Austausch mit Studierenden der Berufstechnischen Hochschule Zhengzhou weiter vertieft. In thematischen Gruppendiskussionen tauschten sich die Teilnehmenden auf Augenhöhe über selbst gewählte Themen aus. Insgesamt sechs Themen standen dabei im Mittelpunkt – darunter E-Commerce- Livestreaming sowie die Entwicklung und Anwendung von Elektro- und Hybridfahrzeugen.Der Austausch verband unterschiedliche fachliche Perspektiven und Erfahrungen und ermöglichte es den Studierenden, gemeinsam über aktuelle technologische und wirtschaftliche Entwicklungen zu diskutieren. Ergänzend nahmen die deutschen Studierenden an Kursen zur Changjia-Quan- Kampfkunst teil und konnten dadurch weitere Einblicke in die chinesische Kampfkunsttradition gewinnen. 
Chinesische Unternehmen und moderne Industrie erleben
Auch mehrere Unternehmensbesuche standen auf dem Programm. Die Studierenden besichtigten die Hanwei Electronics Group Corporation, ein führendes Unternehmen im Bereich der Sensortechnik, die Swire Coca-Cola Beverages Zhengzhou Limited sowie das BYD-Werk. Die Besichtigungen boten die Möglichkeit, theoretisches Wissen unmittelbar mit praktischen Industrieprozessen zu verbinden. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle technologische Innovationen und die Entwicklung chinesischer Unternehmen. Damit wurde ein weiterer wichtiger Bestandteil der Studienreise deutlich: China nicht nur aus der Perspektive von Lehrbüchern und Vorträgen kennenzulernen, sondern wirtschaftliche und technologische Entwicklungen direkt vor Ort zu erleben. 
Zum Abschluss nach Peking
Am 16. September reiste die Gruppe schließlich nach Peking, um die Studienreise mit einem Blick auf Geschichte, Kultur und moderne Innovation abzurunden. Bei der Besichtigung der Pekinger Altstadt erhielten die Studierenden eindrucksvolle Einblicke in die jahrtausendealte Geschichte und kulturelle Entwicklung Chinas. Gleichzeitig besuchte die Gruppe eine Unternehmensinnovationsplattform im Bezirk Shunyi und lernte dort aktuelle Entwicklungen der wirtschaftlichen und technologischen Transformation Pekings kennen. Den krönenden Abschluss bildete am 19. September die Besichtigung der Juyongguan-Festung an der Großen Mauer. Das historische Bauwerk vermittelte den Teilnehmenden noch einmal einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte und Baukunst Chinas.
Fazit
Die China Studienreise 2026 verband fachlichen Wissenserwerb, praxisnahe Industrieerfahrungen und authentische kulturelle Begegnungen. Die Studierenden konnten dabei nicht nur ihr fachliches Wissen erweitern, sondern auch interkulturelle Kompetenzen ausbauen und unterschiedliche Perspektiven auf das moderne China kennenlernen.
Durch die Kombination aus Hochschulaustausch, Unternehmensbesichtigungen, Fachvorträgen und kulturellen Aktivitäten entstand ein vielseitiges und unmittelbares Bild Chinas – von traditionellen Künsten und historischen Stätten bis hin zu moderner Technologie, Industrie und Innovation. Solche Begegnungen schaffen wichtige Grundlagen für zukünftige Kooperationen zwischen Deutschland und China in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Technik und Wirtschaft und tragen dazu bei, gegenseitiges Verständnis und langfristige Zusammenarbeit zu stärken.
Abschließend gilt unser herzlicher Dank dem DHIK für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir danken der CDHAW der Tongji-Universität sowie der Berufstechnischen Hochschule Zhengzhou für die professionelle Organisation und die vielfältigen Programmangebote. Ebenso danken wir allen beteiligten Mitarbeitern, Experten und Unterstützern für ihr engagiertes Wirken. Nicht zuletzt richten wir unseren Dank an alle Studierenden für ihre aktive Teilnahme. Wir freuen uns auf weitere intensive deutsch-chinesische Austauschprojekte und eine weiterhin vertiefte freundschaftliche Zusammenarbeit in Zukunft.
Beitrag und Bild vom CDHAW, Tongji Universität











